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n8n oder Make? Ein technischer Vergleich

Dr. Justus 5 Min. Lesezeit

Eine differenzierte Analyse der Workflow-Automatisierungsplattformen n8n und Make. Kriterien: Datenschutz, Kostenstruktur, Skalierbarkeit und Anwendungsfälle.

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„n8n oder Make?” – diese Frage höre ich wöchentlich. Die Antwort ist nicht trivial, weil beide Plattformen unterschiedliche Stärken haben und die Wahl von Ihren spezifischen Anforderungen abhängt.

Dieser Vergleich analysiert beide Plattformen entlang technischer Kriterien: Datensouveränität, Kostenstruktur bei unterschiedlichen Volumina, Skalierbarkeit und typische Anwendungsszenarien.

Architekturvergleich

Kriteriumn8nMake
DeploymentSelf-hosted oder CloudNur Cloud
LizenzmodellOpen Source (Fair-Code)Proprietär
PreismodellPro WorkflowPro Operation
DatenspeicherungWählbar (lokal/Cloud)AWS-Infrastruktur

n8n: Stärken und Grenzen

n8n ist eine Open-Source-Plattform, die Sie auf eigener Infrastruktur betreiben können. Eine umfassende Analyse der Plattform finden Sie in unserem Artikel n8n 2026: Warum das Berliner Startup zur führenden Workflow-Plattform wurde. Diese Architektur bietet spezifische Vorteile:

Vorteile:

AspektAuswirkung
DatensouveränitätVollständige Kontrolle über Datenflüsse und Speicherort
KostenvorhersagbarkeitFixkosten pro Workflow, unabhängig von Ausführungshäufigkeit
ErweiterbarkeitJavaScript/Python-Integration, Custom Nodes möglich

Einschränkungen:

Self-Hosting bedeutet Verantwortung für Updates, Backups, Monitoring und Sicherheit. Ohne DevOps-Kapazität wird der Betrieb zur Belastung. Die Lernkurve ist steiler als bei Make, die Dokumentation weniger umfassend.

Die Cloud-Version von n8n vereinfacht den Betrieb, aber Sie verlieren den Hauptvorteil: vollständige Datenkontrolle.

Make: Stärken und Grenzen

Make (ehemals Integromat) ist eine Cloud-Plattform mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit.

Vorteile:

AspektAuswirkung
UsabilityIntuitive Oberfläche, geringe Einarbeitungszeit
Integration1.500+ native Konnektoren
BetriebsaufwandKein Infrastrukturmanagement erforderlich

Einschränkungen:

Das operationsbasierte Preismodell kann bei hohem Volumen teuer werden. Eine Operation ist jede einzelne Aktion: E-Mail lesen, Datensatz anlegen, API-Call ausführen.

Kostenbeispiel:

Ein Workflow für Bestellverarbeitung:

  1. Bestellung abholen (1 Op)
  2. CRM aktualisieren (1 Op)
  3. Rechnung erstellen (1 Op)
  4. E-Mail senden (1 Op)
  5. Slack-Benachrichtigung (1 Op)

Bei 200 Bestellungen täglich: 1.000 Operationen pro Tag, 30.000 pro Monat. Das übersteigt schnell die Kontingente günstiger Tarife.

Entscheidungsmatrix

AnforderungEmpfehlung
Datenschutz kritisch (Gesundheit, Finanzen)n8n (self-hosted)
Hohe Ausführungsfrequenz (> 1.000/Tag)n8n
Kein technisches Team verfügbarMake
Schneller Proof of Concept gefragtMake
Umfangreiche Custom-Logik erforderlichn8n
Viele verschiedene SaaS-IntegrationenMake

Hybridstrategie

In der Praxis hat sich eine kombinierte Nutzung bewährt:

PlattformEinsatzbereich
MakePrototypen, Proof of Concepts, Workflows die Business-User pflegen
n8nProduktive kritische Prozesse, hohe Volumina, sensible Daten

Der Ansatz: Schnell mit Make validieren, bei Erfolg und Relevanz zu n8n migrieren. Ein Make-Prototyp entsteht in zwei Stunden. Wenn er funktioniert und strategisch wichtig wird, lohnt sich die Migration. Wenn nicht, haben Sie zwei Stunden investiert statt zwei Wochen. Dieser Ansatz spiegelt auch die Erkenntnisse aus KI-Implementierungsprojekten wider: Klein anfangen, validieren, dann skalieren.

Kostenvergleich

n8n Cloud

PlanPreisUmfang
Starter~20 €/MonatBegrenzte Workflows
Pro~50 €/Monat50 aktive Workflows
Self-hosted0 € (Software)+ Serverkosten + Arbeitszeit

Make

PlanPreisUmfang
Free0 €1.000 Ops/Monat
Coreab 9 €10.000 Ops
Proab 16 €Erweiterte Features
Teamsab 29 €/UserTeam-Funktionen

Fazit zur Kostenstruktur: Bei niedrigem Volumen ist Make günstiger. Ab ca. 50.000 Operationen pro Monat wird n8n (Cloud oder self-hosted) wirtschaftlicher.

Technische Bewertung

Kriteriumn8nMake
EinarbeitungszeitMittel–HochNiedrig
Debugging-MöglichkeitenUmfassendGrundlegend
FehlerbehandlungGranular konfigurierbarStandardisiert
API-DokumentationGutSehr gut
Community-SupportAktiv, technisch orientiertAktiv, anwendungsorientiert

Fazit

Beide Plattformen lösen dasselbe Problem – mit unterschiedlichen Trade-offs. Die Entscheidung hängt nicht von den Tools ab, sondern von Ihren Anforderungen:

n8n wählen, wenn:

  • Datensouveränität nicht verhandelbar ist
  • Technische Ressourcen für Betrieb vorhanden sind
  • Hohe Ausführungsvolumina zu erwarten sind

Make wählen, wenn:

  • Schneller Start wichtiger ist als vollständige Kontrolle
  • Business-User Workflows selbst pflegen sollen
  • Die Integration vieler verschiedener SaaS-Dienste im Vordergrund steht

Sie sind unsicher, welche Plattform für Ihre Anforderungen geeignet ist? In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Ihre Anwendungsfälle und geben eine konkrete Empfehlung.

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